Wandern, Radfahren, Mountainbiken: Sachsen aktiv erleben
Sachsen ist ein Hotspot für Reisende aus aller Welt, denn es ist ein Land herausragender Kunst und Kultur aus über 1000 Jahren Geschichte. Sachsen begeistert aber auch mit faszinierender Natur. Allein vier Mittelgebirge sowie malerische Fluss-, Teich- und Seenlandschaften laden zum Wandern, Radfahren und Mountainbiken ein.
Aktive erobern im Elbsandsteingebirge den Nationalpark Sächsische Schweiz, das Oberlausitzer Bergland im Zittauer Gebirge, das Erzgebirge und das Vogtland, die Flussufer von Elbe, Mulde, Spree und Neiße, das UNESCO Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft oder die riesigen künstlichen Gewässer im Leipziger Neuseenland und im Lausitzer Seenland.
Wandern ist Genuss – und eine Frage der Qualität
Festes Schuhwerk an den Füßen, frische Luft um die Nase und der ganze Mensch in Bewegung – Spannung für den Körper und Entspannung für den Geist. Und das auf sanfte Weise. Wie wunderbar, wenn es sich dann noch mit fantastischen Ausblicken, wunderschönen Wegen und inspirierenden Begegnungen am Wegesrand kombinieren lässt:
Sieben der vielen Wanderstrecken sind als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert: Vogtland Panorama Weg, Kammweg Erzgebirge-Vogtland, Elsterperlenweg, Klingenthaler Höhensteig-Rundweg und Talsperrenweg Zeulenroda im Vogtland, Heide-Biber-Tour durch die Dahlener und Dübener Heide und Oberlausitzer Bergweg. Besonders schön sind auch der mehrfach als beliebtester Wanderweg Deutschlands ausgezeichnete Malerweg im Nationalpark Sächsische Schweiz und der Sächsische Weinwanderweg entlang der Sächsischen Weinstraße im Elbland.
Zum Beispiel lockt der 285 Kilometer lange Kammweg Erzgebirge-Vogtland auf einer anspruchsvollen Strecke entlang des Erzgebirgskamms mit einzigartigen Naturerlebnissen sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite. Die Strecke führt vom Osterzgebirge aus ins silberne Herz des Erzgebirges mit seinen Bergstädten, Schaubergwerken, seinen Museen und seinem Kunsthandwerk aus über 800 Jahren sächsischer Bergbaugeschichte sowie auf kulinarische Entdeckungen und die authentische Herzlichkeit der Erzgebirger und ihr freundliches „Glück auf!“ zur Begrüßung. Übrigens: Wer hier wandert, bewegt sich durch die von der UNESCO zum Welterbe ernannte „Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří“. Der Vogtland Panorama Weg verblüfft auf seinen 228 Kilometern allein mit seinen mehr als 80 bemerkenswerten Aussichten und Panoramablicken.
Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt, die Göltzschtalbrücke, ist dabei zweifelsfrei einer der Höhepunkte. Mitten durch den südöstlichen Zipfel Sachsens führt der Oberlausitzer Bergweg. Wer hier im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien wandert, wird zum Gipfelstürmer ehemaliger Vulkane wie dem Valtenberg, dem Bieleboh, dem Kottmar oder der Lausche. Malerische Dörfer offenbaren lebendige Traditionen und die einzigartigen Oberlausitzer Umgebindehäuser. Einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands ist der Malerweg durch die wildromantische Felsenwelt des Elbsandsteingebirges. Es ist ohne Übertreibung eine der spektakulärsten Naturlandschaften Europas. Schluchten- und gipfelreich präsentiert sie sich, nur eine halbe Autostunde von Dresden entfernt, mit ihren berühmten Tafelbergen, verwunschenen Gründen und bizarren Felsformationen. Der hier befindliche Nationalpark Sächsische Schweiz ist der einzige Felsennationalpark Deutschlands.
Mit Tourenrad oder E-Bike: Alle Räder in Bewegung
Auch viele Radwege führen entlang von Flüssen, durch Gebirge und Städte, in idyllische Natur und zu geschichtsträchtigen Orten - ob mit dem Tourenrad oder dem E-Bike. Für letztere ist in Sachsen sogar ein dichtes Netz an Ausleih- und Servicestationen entstanden – praktisch für Touren im Gebirge.
Der Oder-Neiße-Radweg und der Spree-Radweg beispielsweise machen nicht nur mit grünen Flussufern bekannt, sondern laden in das Lausitzer Bergland, auf die wegen ihrer sakralen Bauwerke geschätzte Via Sacra, in den zum UNESCO-Welterbe ernannten Fürst-Pückler-Park und in das Naturparadies der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ein. Im Vogtland entdecken Radfreunde einen Himmel voller Geigen:
Der Musikantenradweg, mit einem stilisierten Gitarrensteg als Symbol, führt durch die mehr als 300 Jahre alte Musikinstrumentenbauregion. Nahe der Grenze zu Böhmen, Bayern und Thüringen verbindet die thematische Radwanderroute auf 115 Kilometern die Schönheiten der Mittelgebirgslandschaft mit Werkstätten, Ausstellungen und Museen des im sogenannten Musikwinkel beheimateten Handwerks der Fertigung von Musikinstrumenten aller Art. Obstbäume wohin das Auge reicht, sind das Markenzeichen der Obstland-Route in den Landkreisen Nord- und Mittelsachsen sowie Leipzig. Auf 67 Wege-Kilometern führt dieser Rundkurs durch das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet des Freistaates Sachsen meist abseits stark befahrener Straßen.
Die Neuseenland-Radroute versetzt all jene ins Staunen, die einen Katzensprung von Leipzig entfernt in die künstlich geschaffene Idylle neuer, türkisblauer Seen mit herrlichen Stränden, schwimmenden Häusern, Hotelanlagen, Marinas und Häfen wie am Mittelmeer eintauchen wollen. An die ehemaligen Braunkohlentagebau-Löcher erinnern nur noch ein riesiger musealer Kohlebagger und die schwimmende Kirche Vineta im Störmthaler See. Und die Krater, die sich wie kleine Gebirge rund um die herrlichen Badeseen erheben. À propos Gebirge: Der Stoneman Miriquidi Road im Erzgebirge ist die Herausforderung für Rennradfahrer schlechthin. Er ist das neue A und O für Rennrad-Fans: A wie Altenberg, O wie Oberwiesenthal. Diese einmalige Strecke treibt jedem Rennrad-Fahrer das Laktat in die Beine und den Puls ans Limit: die zirka 290 Kilometer und zu überwindenden 4.900 Höhenmeter durch den tschechischen Egergraben und über den Erzgebirgskamm sind ein einzigartiger Ritt auf der erzgebirgischen Pultscholle.
Ein Star unter den deutschen Radwegen ist der Elberadweg. Die Ufer links und rechts entlang des zweitlängsten Flusses in Deutschland bieten im sächsischen Teil Kultur und Natur in Hülle und Fülle. Ganz im Osten türmen sich hochdramatisch die Felsen der Sächsischen Schweiz auf. In Dresden küsst der Weg die Füße von drei Elbschlössern und berauscht mit seiner Altstadt-Silhouette mit Frauenkirche, Renaissanceschloss, Hofkirche, Zwinger und Semperoper bevor er, vorbei an malerischen Weinbergen zwischen Radebeul und Meißen, liebliche Elbweindörfer und in Torgau Schloss Hartenfels erreicht. Aber auch der Mulderadweg entlang der Zwickauer und der Freiberger Mulde mit seinen bezaubernden Tälern, deren Hänge immer wieder von trutzigen Burgen und romantischen Schlössern überragt werden, ist ein ideales Radlerziel, ebenso wie die Sächsische Mittelgebirgsroute.
All diese und noch mehr frische Radfahr-Ideen liefert übrigens die Broschüre „Frischluft - Aktivurlaub in Sachsen“. Zu jeder Strecke werden Daten und Tipps wie Streckenlängen, Schwierigkeitsgrade, zu überwindende Höhenmeter, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr vorgestellt. Sie alle helfen, eine Tour nach persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen zu gestalten. Karten, GPS- und Tourdaten der einzelnen Radwege stehen als Download zur Verfügung.
Ein Paradies für Mountainbiker
Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es einen Stoneman-Trail. Nur im Erzgebirge. Es ist der „Stoneman Miriquidi“. Zwei Länder, neun Gipfel und 4.400 Höhenmeter gilt es zu bezwingen – fernab der Zivilisation, mitten durch den dunklen Wald. Kenner sprechen von einer „Oberschenkelfolter vom Feinsten“. Gespickt sind die 162 Kilometer mit den geologischen Highlights des Erzgebirges ebenso wie mit kulturellen und geschichtlichen Aha-Effekten.
Der jahrhundertelange Bergbau hat in dem Gebiet, das mit 150 Kilometern Länge und etwa 40 Kilometern Breite etwa so groß ist wie der Schwarzwald, seine eindrucksvollen Spuren hinterlassen. Der „Stoneman Miriquidi“ verbindet die neun höchsten Erhebungen des Erzgebirges. Der höchste Gipfel auf sächsischer Seite ist der Fichtelberg (1.215 Meter).
Auf die Spitze treibt es der Keilberg (Klinovec) auf der tschechischen Seite des Erzgebirgskamms mit 1.244 Metern. Auf jedem Gipfel warten übrigens eine Stempelstelle und eine Infotafel mit Karte und Beschreibung des nächsten Streckenabschnitts.
Das Trailcenter Rabenberg ist Deutschlands erster Singletrail Park. Wer Lust hat auf Singletrails ohne Ende ist hier genau richtig. Absolviert werden können mehrere Runden auf etwa 50 Kilometern. Der Trail-Anteil um den Rabenberg ist beachtlich. Er liegt zwischen 25 und 50 Prozent und sorgt damit für besonders viel Fahrvergnügen.
Langwierige Tourenplanung und Orientierungsprobleme gibt es dank perfekter Ausschilderung der Strecken nicht: Einfach hinkommen, aufs Rad setzen und losfahren – für Einsteiger, für Geübte, für Familien. Gefahren wird auf einem weitestgehend naturbelassenen Untergrund. Raffinessen wie Anlieger, Wellen, Kicker, North-Shores und natürliche Wurzelpassagen, Steinfelder, Holzstege, Hohlwege, Felsen und Kurven garantieren Aktion pur. Die Runden heißen Taster Loop, Peak Orbiter, Border Trail, Black Raven und Two Mountains Loop, sind zwischen sechs und 26 Kilometer lang und zählen Höhenmeter von 125 bis 880.
Das Bikerevier Erzgebirge bietet darüber hinaus rund um die Gemeinden Seiffen, Lengefeld, Neuhausen und Deutschneudorf sowie auf tschechischer Seite im Ort Lesna grenzüberschreitende, touristisch attraktive Mountainbike- und Rennradstrecken wie die Metall-Mountain-Tour. Seiffen übrigens ist Geburtsort des ersten Mountainbike-Marathons in Deutschland: 1993 kämpften sich erstmals 214 Pioniere auf Stollenreifen 100 Kilometer durchs Erzgebirge. Heute rasen beim Erzgebirgs-Bike-Marathon (EBM) jeweils am ersten Augustwochenende über 1.500 Biker wie elektrisiert durch den Wald.
Wer den Kick im böhmischen Teil des Erzgebirges sucht, findet diesen im Flowtrail-Park auf dem Keilberg (Klinovec) oder bei der Lesna-Kaleg-Tour. Vor den Toren des Erzgebirges empfiehlt sich übrigens Chemnitz als MTB-Magnet – wenn die Stadt zum Mountainbikerennen „Heavy24“ am Stausee Oberrabenstein über 1.000 Freizeitfahrer und ambitionierte Leistungssportler zusammentrommelt. 24 Stunden lang treten sie ununterbrochen in die Pedale. Ein vielfältiges Rahmenprogramm bietet auch „unbeteiligten“ Besuchern einige unterhaltsame Stunden am Stausee.
Mit vielen Mountainbike-Kilometern verspricht auch das Vogtland paradiesische Verhältnisse auf Erden. Besonders die Wurzeltrails locken in den Naturpark Erzgebirge-Vogtland mit Kammhöhen bis zu 1.000 Metern. Imposant ist zum Beispiel die Panorama-Kamm-Tour von Schöneck über Muldenberg, Schneckenstein und Klingental mit lohnenswerten „Seitensprüngen“ zur Talsperre Muldenberg, zum Besucherbergwerk, Mineralienzentrum und Topasfelsen in Schneckenstein und der Skisprungschanze in der Vogtland-Arena in Klingenthal.
Eine Verlockung ist die Bikewelt Schöneck mit insgesamt 265 Kilometern Mountainbike-Strecken durch herrliche Wälder, vorbei an Talsperren, Badeseen und kleinen Gaststätten sowie dem Bikepark Schöneck mit einem Übungsparcours für die ganze Familie.
Im Zittauer Gebirge, im Dreiländereck Sachsen – Polen – Tschechien, offenbaren sich Sandstein und Wald als Felsenlabyrinth – verlockend für Biker. Der „XTERRA MTB Trail“ bietet Mountainbikefeeling in all seinen Facetten – von Badesee bis Gebirgsgipfel, von Wald bis Sandsteinfelsen. Zur „O-SEE-CHALLENGE“ jedes Jahr im August wird die 36 Kilometer lange Strecke im Naturpark Zittauer Gebirge zur Wettkampfstrecke.




